Newsletter Dezember 2005

Hier in Österreich kündigt der Schnee den Angriff des Winters an. Temparaturen um den Null-Punkt, eisige Straßen und Nebel führen zu kleineren und schweren Verkehrsunfällen auf Hauptverkehrsstraßen. Abgesehen von den ersten, offensichtlichen Resultaten der Unfälle, welche ohne Frage auch lebensbedrohend sein können, gibt es auch langfristige chronische Effekte. Ein Problem, das weithin bekannt ist, ist das Peitschenschlagsyndrom (Schleudertrauma). Wir sehen vermehrt Patienten, die das Krankenhaus mit einer Halskrause verlassen und danach Wochen, wenn nicht Monate, unter Kopf- und Nackenschmerzen leiden.

Physiotherapie wird begonnen und viele erholen sich wieder zur Gänze. Forschungsergebnisse zeigen uns jedoch, dass gut über 60% aller Schleudertraumen sich nie wieder völlig erholen. Einer der Gründe dafür kann sein, dass der Kiefer nicht miteinbezogen wird. Forschung zeigt, dass mit jedem zervikalen Schleudertrauma auch ein mandibulares (Kiefer-) Schleudertrauma entsteht. Der Bewegungsprozess des Kopfes, der in eine Richtung gepeitscht wird, verursacht den Unterkiefer in die andere Richtung zu schleudern und danach zusammenzuschnappen. Dabei werden häufig die Zähne traumatisiert. Die Kiefergelenke entzünden sich und die Muskeln, die den Kiefer bewegen, verkrampfen sich, um das Gelenk zu schützen. Laut Guzay besteht ein Verhältnis zwischen den Kiefergelenken und der oberen zervikalen Wirbelsäule. Jetzt beginnt der Teufelskreis: Nacken-Kiefer, Kiefer-Nacken, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und häufig zahnmedizinischer Schmerz. All das kann sich unbemerkt weiterentwickeln, besonders wenn es erheblichere Verletzungen gibt, die einen Krankenhausaufenthalt verlangen.

Das Schleudertrauma entwickelt sich von akut zu chronisch und der gesamte Schmerzzyklus beginnt. Wiederkehrende Kopfschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen, Klingeln in den Ohren, schmerzende steife Kiefergelenke und Kieferblockierungen sind nur einige der Symptome, die erst lange nach dem Unfall gesehen werden. Zähne, die gebrochen sind, können absterben und dadurch Abszesse verursachen oder Wurzelbehandlungen verlangen. Diese Zähne müssen überkront oder extrahiert werden. All das von einem kleinen Stoß auf der Autobahn, oder aufgrund des Erkämpfens eines Parkplatzes für den Weihnachtseinkauf. Frühe zahnmedizinische Behandlung kann die Möglichkeit des langanhaltenden Schmerzes verringern. Das Ausgleichen des Bisses durch den Gebrauch einer zahnmedizinischen Schiene hilft, die Kiefergelenke zu schützen und stabilisiert den Nacken. Behandlung durch einen Physiotherapeuten, Chiropraktiker oder Osteopathen erzielt danach beste Resultate. Auch Depression kann dieses Trauma begleiten. Es wird gesagt, dass ein Schleudertrauma dem Gefühl des Enthauptens am Nächsten ist – ohne wirklich enthauptet zu werden. Ein Schleudertrauma kann folglich eine unglaublich emotionale Erfahrung sein und verbunden mit langanhaltendem Schmerz führt es zu einem depressiven Zustand. Ein Wort zum Thema Versicherung: Häufig ist der Anspruch bereits erledigt, bevor die Langzeiteffekte des Unfalles eintreten. Viele Patienten geben hohe Beträge für Behandlungen aus, die im ursprünglichen Versicherungsanspruch gedeckt hätten sein sollen, und verlieren den Anspruch darauf, weil sie vom Krankenhaus frühzeitig als gesund entlassen worden sind. Ich meine, dass es zwingend sein sollte, dass Zähne, Kiefer und Nacken vor jedem Versicherungsanspruch untersucht werden. Dies hilft, finanzielle Langzeitabdeckung für den chronischen Zustand sicherzustellen, der entstehen kann!

Mit dem Wunsch, dass nichts von oben Genanntem Ihnen oder Ihrer Familie zustossen wird, wünschen wir vom FBHC Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und eine glückliche, traumafreie Zeit.

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